Deutscher Gewerkschaftsbund

20. Jahre Veranstaltungsreihe "Gedenkan an die Opfer des Nationalsozialismus"

Einzigartiges Bündnis gegen das Vergessen

Zur Geschichte der Entstehung

Am 27. Januar 1945 wurde das SS-Konzentrationslager Auschwitz von der Sowjetarmee befreit. 51 Jahre später, am 27. Januar 1996  wurde offiziell ein deutschlandweiter Gedenktag zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus eingeführt. In Göttingen fanden sich damals auf Initiative der Geschichtswerkstatt und der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit die Gruppen zusammen, denen ein einzelner Tag nicht genug war, um die nationalsozialistische Herrschaft sowie den Widerstand dagegen im öffentlichen Bewusstsein aufrecht zu erhalten. Sie wollten neben jüdischen Opfern als größter Gruppe auch andere Verfolgte des Nationalsozialismus, wie Gewerkschafter_innen oder Sinti und Roma, in das Gedenken mit einbeziehen. Wir als DGB stießen als aktive Mitglieder erst etwas später dazu, haben den Enstehungsprozess aber von Anfang an begleitet.

Das Gedenken selbst aktiver zu gestalten war ebenso Motivation für die Initiator_innen: Kein Schlussstrich sollte unter die Verantwortung Deutschlands je gezogen werden können. Denn die Gefahren des Rassismus und Antisemitismus, die diese Herrschaft wie keine andere aufzeigte, sind bis heute gesellschaftlich wirksam. Das „Bündnis zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus“ beschloss im Entstehen diesen Tag der Befreiung von Auschwitz um zwei weitere bedeutende historische Eckdaten für eine Veranstaltungsreihe zu erweitern: den 9. November- zur Mahnung als 1938 deutschlandweit Pogrome gegen jüdische Menschen stattfanden – und den 30. Januar, als die Nationalsozialisten die Macht übernahmen. Das Bündnis besteht inzwischen aus neunzehn zivilgesellschaftlichen, religiösen und gewerkschaftlichen Initiativen. Es wird aus Eigenmitteln der Bündnismitglieder finanziert und von der Stadt Göttingen bezuschusst. Eine Mittwirkung ist herzlich willkommen.

http://www.gedenken-an-die-opfer-des-nationalsozialismus.de

Befreiung der Überlebenden im KZ Dachau

Befreiung der Überlebenden im KZ Dachau J.Steyer

Vielfältiges Veranstaltungsprogramm im 20. Jahr des Bündnisses:       8.11.2016 - 6.02.2017

Im zwanzigsten Jubiläumsjahr findet das ehrenamtlich organisierte und kostenlose Programm in und um Göttingen unter dem thematischen Schwerpunkt der Verfolgung Schwarzer Menschen statt: Dieser thematisiert den Zusammenhang zwischen Kolonialismus und Nationalsozialismus sowie die Kontinuität von Rassismus in Deutschland. „Schwarze Lebensrealitäten in Deutschland: zwischen kolonialen Kontinuitäten und Widerstand“, benennt eine Vortragsreihe die oft vergessen oder missachteten Biografien von schwarzen Menschen über drei Jahrhunderte. Die Veranstaltungen begleiten die Ausstellung „Homestory Deutschland“ inhaltlich, die im Felix-Klein-Gymnasium Göttingen für drei Wochen im Januar gezeigt wird. Hier zeigt sich, dass es nicht sinnvoll ist geo- oder biografisch in Schablonen zu denken und sich einzuengen. Auch der Überlebende der Shoah in Südosteuropa, heute in Göttingen lebende Alexander Schissel, kann am 27. Januar in der Gedenkveranstaltung dagegen vorgehen, wenn er von seinen Erinnerungen berichtet. Gespräche mit Zeitzeugen und Publikum, Vorträge über wissenschaftliche und politische Themen bereichern ebenso wie Führungen, Ausstellungen oder Filme das Gesamtprogramm. Dieses ist der Homepage zu entnehmen, siehe oben.

Das Bündnis schafft es so auch dieses Jahr, gesellschaftspolitisches Engagement und Gedenken miteinander zu verbinden. Statt zu ritualisieren, zu relativieren oder zu vergessen versuchen die Mitglieder des Bündnisses, den Blick zu weiten, Widerstand gegen gefährliche Entwicklungen zu leisten und politisch und geschichtlich aufzuklären. Eine große Bandbreite an Themen und Perspektiven und ein Wunsch nach Verständigung, aber auch Diskussion vereinen so viele Göttinger Engagierte.


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