Deutscher Gewerkschaftsbund

16.05.2017
Aktionen und Podium in Göttingen

DGB startet Rentenkampagne für die gesamte Region

Gegen R mit 67

Zusammen gegen die Rente mit 67 und länger kpw-foto

Bundesweit rufen der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Mitgliedsgewerkschaften am 31.5.2017 zum zentralen Kampagnentag „Kurswechsel: die gesetzliche Rente stärken!“ auf. Wir üben nicht nur Kritik am sinkenden Rentenniveau, sondern vermitteln vor allem umsetzbare Konzepte für ein stabiles und würdiges Rentenniveau an Kolleg_innen, Bürger_innen und Politik. In der Region Südniedersachsen ist der Auftakt des zentralen gewerkschaftlichen Themas für den Bundestagswahlkampf bereits am 18.5.17 in Göttingen gestartet. Im Schulterschluss von DGB, IG Metall, ver.di und IG BCE fand ein bunter Aktionstag und ein abendliches Diskussionsforum in der Göttinger Alten Mensa statt.

Nachmittags waren wir mit Kampagnenmobilen, einem informativen (Un-)Glücksrad und der Rentenkeksrücklagen vernaschenden „Riester-Raupe“ durch die Innenstadt unterwegs. Kolleg_inenn aus den Betrieben, Erwerbsloseninitiativen, Kreisverbänden und Gewerkschaftsjugenden äußerten am offenen Mikrofon ihren Frust, ihre Befürchtungen und Vorschläge für ein annehmbares, ausreichend finanziertes und politisch vertretbares Leben im Alter. Altersarmut ist mit uns Gewerkschafter_innen nicht machbar! Das sollen die demokratisch wählbaren Parteien deutlich hören. 

Ab 17:00 Uhr zog die "Raupe" und ihr Gefolge zum gewerkschaftlichen Forum zum Thema Rentenpolitik mit renommierten Referenten der Gewerkschaften in die Alte Mensa am Wilhelmsplatz weiter. Die ausgewiesenen Fachleute der drei großen Einzelgewerkschaften Hans-Jürgen Urban, IG Metall gesch. Vorstandsmitglied, Dierk Hirschel, ver.di Bereichsleiter für Wirtschaftspolitik und Nils Hindersmann, IG BCE Bereich Sozialpolitik, machten Gästen aus Politik und Gewerkschaften ihre Positionen deutlich, mit denen die Arbeitnehmervertretungen im Bundestagswahljahr Druck ausüben wollen. Immer wieder stimmte das Publikum zum großen Applaus an, wenn H.J. Urban (IG Metall) die Dinge beim Namen nannte: Es geht ungerecht zu in der Verteilung der Löhne und somit auch Renten! Es geht ungerecht zu, wie Rentenbeiträge berechnet werden. Und es braucht eine grundlegende Debatte um soziale Verteilung in der Gesellschaft über die Rentendebatte hinweg. D. Hirschel (ver.di) machte Mut einen langen Atmen bei der Durchsetzung unseres Kurswechsels in der Rentenpolitik zu entwickeln. Der Neoliberalismus hätte sich auch nicht von heute auf morgen durchgesetzt, also brauche es auch eine Weile ihn wieder abzubauen.

Über standig ovations konnten sich die Rednerinnen J.  Ehrerntraut (verdi-Jugend) und M.Seyfried (IG Metall Jugend) freuen. Sie begeisterten mit ihren solidarischen und kritischen Positionen aus den Gewerkschaftsjugenden und machten deutlich, dass Politikverdrossenheit das Letzte ist, wofür sie stehen. Die rund 200 Gäste des Abends haben sicherlich die eine oder andere Anregung erhalten, wie Gewerkschafter_innen sich nicht mit Krümeln in Sachen Rente abspeisen lassen sollen.

Großen Spaß haben uns an diesem Tag vor allem die Filmaufnahmen für unseren bezirklichen Gewerkschaftskampagnenfilm gemacht. Bestimmt bald auch hier zu sehen!

Aufruf

Wir wollen den Kurswechsel DGB Region Südniedersachsen-Harz

Die Auftaktveranstaltung zieht Aktionen, Diskussions- und Informationsveranstaltungen in der gesamten Region nach sich.

In Goslar sind Gewerkschafter_innen am 19.5. mit Beratungsangeboten und Kampagnenmobilen in der Stadt präsent.

Innenstadtaktionen sind auch in Osterode am 10.6. und in Northeim im August zu erwarten.

Selbst am Autofreien Sonntag an der Innerste Talsperre wird am 27.8. gewerkschaftlicher Druck in Sachen Rentenpolitik erlebbar.

Die finale Mobilisierung unter Gewerkschaften ist für den 9.9. in Göttingen terminiert, wenn hunderte Gewerkschafter_innen im Anschluss an ihre Forderungen aus dem vorangegangenen Bundestagswahlkampf diese mit einer großen Demonstration erneuern. Generationenübergreifend setzen junge wie ältere Gewerkschafter_innen ein Signal:

„Wir wollen nicht bis ins hohe Alter arbeiten müssen! Es braucht einen Kurswechsel, weg von der Rente mit 67 Jahren. Wir wollen keine Zusatzjobs im Alter, um nicht zu verarmen! Wir haben die Lösungsvorschläge für die Umsetzung einer gerechten Rentenpolitik mit einer Bundesregierung, die sich um ein Leben ihrer Wähler_innen in Würde und Alter kümmert."


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