Deutscher Gewerkschaftsbund

1.Mai 2018 in Südniedersachsen

10.04.2018

Göttingen Ausstellung Spies und Veranstaltungen

Zur Geschichte und Gegenwart des Tag der Arbeit

Banner Ausstellung Spies

Ausstellung auch als "politische Mittagspause" zu sehen DGB KV Gö

August Spies, 1855 im nordhessischen Friedewald als Förstersohn geboren, emigrierte 1872 in die USA und wurde zu einem maßgeb­lichen Akteur des sozialrevolutionären Flügels der amerikanischen Arbeiter_innenbewegung. Spies wurde zusammen mit dem aus Kassel stammenden Georg Engel hinge­richtet, nachdem am 4. Mai 1886 in der Folge des Kampfes für den 8-Stunden-Tag auf dem Haymarket in Chicago eine Bombe explodiert war. 1893 annullierte der Gouverneur von Illi­nois das Urteil als unrecht. Dies waren die Anfänge des Internationalen Tages der Arbeit.

Mit der Ausstellung des DGB Nordhessen und der August Spies Gesellschaft  sowie unserem Begleitprogramm wollen wir in Zeiten zunehmender sozialer Spaltung, weltweiter Migrationsbewegungen, neuer Arbeitszeitkämpfe auf Ideen in den Anfängen gewerkschaftlicher Bewegungen zurückblicken und neue Forderungen entwickeln. Wer waren die damaligen Akteure? Was von den ursprünglichen Forderungen wurde gewerkschaftlich erreicht, was ist heute noch umkämpft? Was davon wollen wir in Zukunft für eine gerechte und soziale Arbeitswelt erreichen?

 

Ausstellung und alle Veranstaltungen finden statt

im Ausbildungsrestaurant „Arbeit und Leben“

Lange Geismar Str. 72 – 73, 37073 Göttingen

gerne als „politische Mittagspause“ im Restaurant

 

Gruppenanmeldungen bitte an DGB Göttingen: gerne auch Schulklassen

Tel.0551-44097 E-mail: goettingen@dgb.de

Der Eintritt ist frei/ barrierefreien Zugang bitte anmelden

https://www.facebook.com/events/304063283460061/

 

Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag 08:30 -16:00 Uhr, Freitag 08:30 - 18.00 Uhr                                   

30.04. und 01.05.2018 geschlossen

Veranstaltet vom DGB-Kreisverband Göttingen in Kooperation mit DGB-Jugend, Bildungsvereinigung Arbeit und Leben, ver.di Ortsverband Göttingen und weiteren Gewerkschaften

 

Ausstellung

Eine Ausstellung des DGB Nordhesen DGB Nordhessen

Montag, 23.04. 2018, 19:00 Uhr

Ausstellung bereits ab 18:00 Uhr geöffnet

 

Ausstellungseröffnung

„Arbeitszeit ist Lebenszeit in unserer Hand!“

Diskussion zur Aktualität von Arbeitszeitkämpfen in der Geschichte des 1. Mai

mit jungen Gewerkschaftsaktiven DGB, ver.di, IG BAU, IG Metall; den Ausstellungsmachern; der August-Spies-Gesellschaft und der 4-Stunden-Liga (Kassel)

Überstunden, Flexibilität und Leistungsdruck – ständig sind wir von diesen Anforderungen umgeben. Arbeitgeber_innen verlangen viel von uns, doch wo bleiben eigentlich unsere Bedürfnisse? Ein unbefristeter Job? Zeit für Freunde und Familie? Planungssicherheit oder einfach mal wieder ein Buch lesen? Die Geschichte des 1.Mai ist untrennbar verbunden mit der Forderung nach dem 8-Stunden-Tag. Damals kämpften Menschen wie August Spies um die Selbstbestimmung, doch wie steht es um diese in Zeiten von Arbeit 4.0?

Mit der Eröffnung der Ausstellung möchten wir den 1.Mai, seine Geschichte und die Forderung nach kürzerer Arbeitszeit beleuchten. Gemeinsam mit jungen Gewerkschaftsaktiven und den Ausstellungserstellern werden wir über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft dieser Forderung diskutieren, um eine Antwort auf Arbeit 4.0 zu finden.

DGB-Kreisverband und DGB-Jugend

Montag, 30.04. 2018, 19:00 Uhr

Ausstellung heute ausschließlich ab 18:00 Uhr geöffnet

„Unser 1. Mai in Göttingen“

Historisches, Kurioses und Wissenswertes zum Tag der Arbeit in der Region

Vortrag und Gespräch mit Gewerkschaftshistoriker Dr. Joachim Bons (IG Metall).

Seit nunmehr 128 Jahren begeht die Arbeiter_innen- und Gewerkschaftsbewegung der ganzen Welt gemeinsam den 1. Mai als internationalen Kampf- und Feiertag, als Tag internationaler Solidarität. Seine Geschichte zeigt die Kontinuität der sozialen Frage, die immer wieder formulierte Hoffnung auf eine bessere, solidarische Gesellschaft, und eine unmittelbare Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen. Der 1. Mai musste erst aber - staatlicher Repression zum Trotz - durch "Arbeitsruhe" erstritten, also erstreikt werden, Lohnkürzungen, mitunter sogar Entlassungen waren die Folge. Die Beschäftigung mit dem 1. Mai als einzigem eigenen Feiertag der abhängig Beschäftigen verspricht daher wichtige Einblicke in die Rahmenbedingungen und Voraussetzungen des Kampfes für eine Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen. Wie wurden die Forderungen der Arbeiter_innen- und Gewerkschaftsbewegung nun im Spiegel der Zeit in Südniedersachsen aufgegriffen und verfolgt?

Im historisch bebilderten Vortrag und offenen Gespräch mit Interessierten berichtet Joachim Bons über Maifeiern, -Kämpfe und Traditionen der letzten zehn Dekaden.

 

Mittwoch,  02.05. 2018, 19:00 Uhr

Ausstellung bereits ab 18:00 Uhr geöffnet

 

„Wenn Nazis Gewerkschaften zerschlagen“

Rückblick und Analogien der Angriffe auf Gewerkschaften von Rechts anlässlich des 85. Jahrestages der Zerschlagung durch Nationalsozialisten

Referent: Dr. Joachim Bons (IG Metall)

 Nur einen Tag nachdem Gewerkschaften 1933 zum als „Tag der nationalen Arbeit“ zweckentfremdeten 1. Mai aufgerufen hatten, erfolgte ihre endgültige Zerschlagung durch den NS-Staat: Rollkommandos der SA/SS überfielen unter Duldung der Polizei die Gewerkschaftshäuser und beschlagnahmten sie (so auch das Göttinger Volksheim). Viele Spitzenfunktionäre wurden festgenommen, nicht wenige Gewerkschafter_innen misshandelt, ins Exil oder in den Selbstmord getrieben. Selbst vor Mord schreckten die Nazis bei dieser Aktion nicht zurück. Für 12 Jahre hörte die autonome Gewerkschaftsbewegung in Deutschland auf zu bestehen, die abhängig Beschäftigten wurden politisch wie sozial entmündigt. Die Betriebsräte wurden abgeschafft, Streiks faktisch verboten. Entsprechend sank die Lohnquote.

Auch gegenwärtig versucht die völkische Rechte Gewerkschaften u.a. durch die Beteiligung an Betriebsratswahlen für sich einzunehmen. Mit dieser Veranstaltung wollen wir über die Ursachen und Folgen jenes 2. Mai diskutieren und der Frage nachgehen, welche Lehren wir aus der Geschichte ziehen können - gerade auch im Hinblick auf die Politik der heutigen radikalen Rechten.

 


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