Deutscher Gewerkschaftsbund

1.Mai 2018 in Südniedersachsen

03.05.2018

Tag der Arbeit 2018 in Goslar

DGB Kreisverband Goslar bewegt vielfältige Demo und Kundgebung durch die Straßen

Trotz Kälte und Wind folgten 120 Teilnehmer_innen dem Aufruf des DGB-Kreisverbandes Goslar, und beteiligten sich mit vielen bunten Fahnen und selbstgemachten Transparenten an der diesjährigen Maidemonstration. Nach dem Start an der Kaiserpfalz machte der Demonstrationszug wie in jedem Jahr kleine Zwischenkundgebungen zu gewerkschaftlichen oder politisch wichtigen Themen.

Zunächst wurde die Bergstraße 6 angesteuert, ein Haus, das als SPD-Parteienzentrale und Gewerkschaftshaus diente, bis es 1933 von SA-Männern gestürmt wurde und die Gewerkschaften zerschlagen wurden. Ein eindringlicher Augenzeugenbericht aus dieser Zeit wurde an dieser Stelle von einem Kollegen verlesen. Der DGB möchte gern, dass hier eine Tafel angebracht wird, die auf die Geschichte des Hauses verweist.

Die Sprecherin des Goslarer Bündnisses gegen Rechtsextremismus, Anke Berkes, stellte die Verbindung zu heute her, indem sie auf das bundesweite Nazitreffen unter dem Titel „10. Tag der deutschen Zukunft – unser Signal gegen Überfremdung“ hinwies, das am 02.06.2018 in Goslar stattfinden soll. Das Bündnis wirbt an diesem Tag für die Teilnahme an der Gegendemonstration sowie an den Veranstaltungen der „Bunten Woche“ im Vorfeld. Infos unter: Goslar-gegen-Rechtsextremismus.de.

Anschließend ging es zum Schuhhof, wo ein Kollege eine selbst gedichtete moderne Version von Goethes Erlkönig mit Bezug auf den im Landkreis Goslar abgeschafften Kinderärztlichen Notdienst vortrug.  So müssen Eltern aus dem Oberharz mit ihren kranken Kindern nach Wernigerode oder Salzgitter fahren, was im Winter oder bei Sturm sehr schwierig ist oder ohne Auto gar nicht zu bewältigen. Das ganze wurde humorvoll von einer Kollegin in Szene gesetzt. Eine Elterninitiative, die sich für den Erhalt des Notdienstes einsetzt, bekam die Gelegenheit, für ihre Kundgebung am 4.Juni zu werben.

„Arbeits“lose gab es dann in der Fischemäkerstraße zu gewinnen. Haltepunkt war symbolisch vor einer dort ansässigen Leiharbeitsfirma. Das Thema war prekäre Arbeit. Alles gab es im Lostopf: Unbefristeter Arbeitsvertrag, Leiharbeit, Werkvertrag oder Teilzeitarbeit. Eine Kollegin zog den Hauptgewinn: Vollzeitarbeitsplatz, tarifgebunden mit Betriebsrat.

Auf dem Jakobikirchhof wurde der Zug schon erwartet, so dass am Ende 200 Menschen dem erfrischenden Vortrag von Christine Seemann, IG Metall, Vertrauenskörperleitung bei Salzgitter Flachstahl, zuhörten. Zum diesjährigen DGB-Motto „Solidarität – Vielfalt – Gerechtigkeit  ging sie auch auf die oftmals mangelnde Solidarität innerhalb der Betriebe ein; gern würden zwar Gehaltssteigerungen durch neue Tarifabschlüsse mitgenommen, dafür gekämpft jedoch weniger gern. Auch die unzureichende Geschlechtergerechtigkeit war ihr ein Anliegen. Musikalisch untermalt wurde Tag von der „Chill out Bluesband“ aus Hannover.

Schaut doch selbst hinein! Und nächstes Jahr vorbei

 

Plakat

Und viele kamen... DGB KV Goslar


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