Deutscher Gewerkschaftsbund

1.Mai 2018 in Südniedersachsen

13.04.2018

1. Mai 2018 in Göttingen

Unser Tag der Arbeit

 in Göttingen wurde wieder mal ein Fest für alle Gewerkschaften, unsere Freunde und Bündnispartner_innen, ein Fest für Göttinger_innen ob klein oder groß ! Mit großem Andrang beim Maifest und -Kundgebung auf dem Albaniplatz mit über 30 Ständen und einer ausdruckstarken Demonstration durch die Stadt beleben wir den Tag der Arbeit und zeigen die Vielfalt unserer Inhalte und Verbündeten auf. Unser Jugendbündnis unterstützte uns enorm! Das Stadtradio Göttingen war vor Ort, genau so wie die Falken mit einem wunderbaren Kinderprogramm zum mitmachen. Und einem unvergässlichen Auftritt ihrer Kinder- und Jugendgruppe. Mit den Bands SHAYAN und EGO VS EMO und der Sonne, die mit dem Einzug der Demonstration herauskam, war unsere Stimmung in die Höhe geschnellt. Auch zeigten wir einen Teil der Ausstellung "August Spies" über die Geschichte von Auswanderung, Hoffnung auf eine Bessere Welt, und von Arbeitskämpfen, die nun zu Ende gegangen ist.

23.04. - 04.05.       „August Spies – ein nordhessischer Sozialrevolutionär

                            in den USA“, Arbeitszeitkämpfe in den Ursprüngen des 1. Mai

Ausstellung und Einzelveranstaltungen

Ausbildungsrestaurant „Arbeit und Leben“, Lange Geismar Str. 72 - 73,

Mo - Do 08:30-16:00, Fr 08:30 – 18:00, 30.04. und 01.05. geschlossen

 


Mit folgender Mairede machte Lothar Hanisch die Bedeutung von Mitbestimmung und Mitgestaltung der Arbeitszeit klar. Ein Thema, das uns alle bewegt.

Am Rednerpult

DGB-Kreisvorsitzende Göttingen Lothar Hanisch kpw-foto

Arbeitszeit, die zum Leben passt

Seit Jahren erleben wir, dass es immer nur umgekehrt läuft. Wir arbeiten immer flexibler, rund um die Uhr, auch am Wochenende, so wie es dem Arbeitgeber passt. Was wir aber tatsächlich brauchen ist, dass Arbeitszeiten auch zu unserem Leben, zu unseren Bedürfnissen und zu unseren Familien passen.

Wer Kinder betreut oder Eltern pflegen muss, wer gesundheitlich angeschlagen ist, kann eben nicht Vollzeit mit Überstunden, flexibel und rund um die Uhr verfügbar sein. Viele Beschäftigte wollen das heutzutage auch gar nicht mehr mitmachen. Weil das was uns als Mensch ausmacht nicht nur „die Arbeit und der Beruf ist“, sondern dazu gehört unsere Familie, die verschiedensten Interessen oder Hobbys, unsere Freunde das soziale Umfeld, Vereinsleben oder ehrenamtliches Engagement.

Gerade Frauen weichen auf Stellen und in anderen Branchen aus, wo sie zwar weniger verdienen aber ihre Zeit mehr selbst einteilen können.

Vor zwei Jahren hat die Eisenbahn u. Verkehrsgewerkschaft (EVG) im Tarifvertrag geregelt, dass Arbeitnehmerinnen u. Arbeitnehmer wählen können ob sie die Tariferhöhung als Geldwert oder über Arbeitsverkürzung nehmen wollen. Die IGM hat nach einer Mitgliederbefragung in 2017, an der sich 680.000 Menschen beteiligten, Ergebnisse daraus in die Tarifforderungen für 2018 einfließen lassen. Ein Ergebnis der Befragung war, 82 Prozent wollen die Möglichkeit haben, vorübergehend kürzer zu arbeiten. Diesem Ziel kommt die IGM mit ihrem Tarifabschluss ein ganzes Stück näher.

Die Regelungen zur Arbeitszeit in der Metall und Elektroindustrie sehen so aus. Vollzeit-Beschäftigte haben ab 2019 Anspruch auf kurze Vollzeit: Sie können die Arbeitszeit reduzieren auf bis zu 28 Stunden für 6 bis 24 Monate Verbunden mit ein Rückkehrrecht in Vollzeit. Und  es gibt eine Wahloption für Beschäftigte, die Kinder erziehen, Angehörige pflegen oder in Schicht arbeiten. Ab 2019 bekommen die Beschäftigten 27,5 Prozent eines Monatslohnes als tarifliches Zusatzgeld einmal im Jahr ausgezahlt. Sie können statt des tariflichen Zusatzgeldes auch acht tarifliche Freistellungstage im Jahr nehmen, davon zwei als Bonus vom Arbeitgeber. Arbeitgeber haben aber auch die Möglichkeit Beschäftigten, die mehr als 35 Stunden pro Woche arbeiten möchten, entsprechende Verträge anbieten können. Dazu gibt es  tariflichen Quoten die festlegen wieviel Mitarbeiter maximal im Betrieb länger arbeiten können. Aber grundsätzlich gilt in Zukunft: Wenn die Quote überschritten wird, hat der Betriebsrat Widerspruchsrecht. Und es gilt immer das Prinzip der Freiwilligkeit:

Jeder kann kürzer oder länger arbeiten, niemand muss.

Lebenszyklusorientierte Arbeitszeiten nach den Bedürfnissen der Beschäftigten – das heißt „Arbeitszeiten, die zum Leben passen“ ist nicht nur der Wunsch vieler Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und gesellschaftlicher Fortschritt sondern sollte auch das Ziel der Unternehmen werden um nicht nur „ein Familien freundlicher Betrieb“ zu sein, sondern ein Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmer und ein Familien freundlicher Betrieb zu sein.

Unser Ziel kann es nur sein, ein freundlicher Betrieb.

Arbeitszeiten, die zum Leben passen in jedem Beruf und jeder Brache zu erreichen.

Auch Mairedner Thorsten Gröger (IG Metall-Leiter Bezirk Niedersachsen-Sachsen-Anhalt) sprach den rund 1000 Zuhörenden aus dem Herzen. Seine Rede ist hier anchzulesen:

Schluss mit Kettenverträgen, Schluss mit Ungewissheit und Personalpolitik nach Gutsherrenart. Sachgrundlose Befristungen gehören endlich abgeschafft! Dafür setzen wir uns ein, auch dafür stehen wir heute hier, Kolleginnen und Kollegen! (Thorsten Gröger)

Albaniplatz

Ein echtes Fest für uns alle! DGB Jugend

Hier unser Programm

01.05., 10:30   Demonstrationszug ab Platz der Synagoge

11:15    kurze Redebeiträge beim Gänseliesel

11:00 – 15:00  Familien- und Kulturfest auf dem Albaniplatz

12:00    Maikundgebung auf dem Albaniplatz

Begrüßung       Lothar Hanisch, DGB-Kreisvorsitzender

Mairede           Thorsten Gröger IGM-Bezirksleiter, Hannover

Musik              Ego vs Emo (Balkan Break Beats)     Shayan (Seiteninstrumentenpower)

 Mit der Jugendmeile, Essen, Getränke, Kulturprogramm, Info-Stände von Gewerkschaften, Initiativen und Gruppen, Angebote für Kinder und Erwachsene, Ausstellung zu den Anfängen des 1.Mai                                                                          

 

Band

Es eröffnen die Band Shayan Shayan

Banner Spies

Ausstellung auch am 1.Mai auf dem Albaniplatz DGB Kreisverband Göttingen


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