Deutscher Gewerkschaftsbund

1. Mai - Tag der Arbeit

Was vor 135 Jahren als Generalstreiktag in den USA begann, ist heute der weltweite Gewerkschaftstag schlechthin.

Als am 1. Mai 1886 in Nordamerika tausende Arbeiter auf die Straße gingen, um den Achtstundentag durchzusetzen, war noch lange nicht absehbar, welche Bedeutung dieser in den folgenden Jahrzehnten erlangen sollte. Die Demonstrationen wurden von Gewalt begleitet. Es gab hunderte Tote – sowohl unter den Protestlern als auch bei der Polizei. 1890 wurde erstmals weltweit den Opfern dieses Generalstreiks gedacht und der 1. Mai als „Kampftag der Arbeiterbewegung“ ausgerufen. In Deutschland legten im gleichen Jahr 100.000 Arbeiterinnen und Arbeiter ihre Beschäftigung nieder und machten „Maispaziergänge“.

In der DDR wurde der 1. Mai mit der Verabschiedung der ersten Verfassung 1949 staatlich garantierter Feiertag und regelrecht ritualisiert. Mit riesigen Kundgebungen feierte sich die Staatsführung dabei gerne selbst.

In der Bundesrepublik wurden die großen Kundgebungen zum 1. Mai im Jahr 1951 durch den DGB eingeführt. Seitdem wurde der Arbeitertag stets unter ein bestimmtes Motto gestellt. 1956 beispielsweise wurde ein kleiner Junge mit dem Spruch „Samstags gehört Vati mir“ zu einem der bekanntesten Symbolfiguren der Nachkriegszeit und popularisierte damit die DGB-Forderung nach der 40-Stunden-Woche.

 Ran, Kalendarium 05/2011