Deutscher Gewerkschaftsbund

DGB-Senioren beschließen Forderungen an die Regierung

Northeim. Die DGB-Region Südniedersachsen-Harz hatte zu einer seniorenpolitischen Konferenz am Dienstag, 23. Oktober 2012, in die Stadthalle nach Northeim eingeladen. An dieser Konferenz nahmen ca. 170 Gewerkschaftskollegen aus den Landkreisen Göttingen, Northeim, Osterode und Goslar teil.

Von der DGB-Region Südniedersachsen-Harz begrüßte der Gewerkschaftssekretär, Stefke Moldt, die Teilnehmer und Referenten. „Die Zukunft des Pflege- und Gesundheitssystems sowie eine Rente, die zum Leben reicht, gehen uns alle an“, so Moldt.

Drei Referenten zur Renten-, Gesundheits- und Pflegepolitik

Vom DGB-Bundesvorstand, Abteilung Sozialpolitik, stellte Oliver Suchy das DGB-Rentenkonzept 2012 „Heute die Rente von Morgen sichern“ vor. Die jetzige Debatte um die drohende Altersarmut ist nicht neu. Sie wurde schon vor 5 Jahren geführt. Suchy zeigte die Finanzspielräume durch Beitragssatzgestaltung auf. Atypische oder prekäre Beschäftigung wie Leiharbeit, Minijobs, Teilzeit und Selbstständigkeit sorgen für Un-Ordnung am Arbeitsplatz und nehmen die Sicherheit im Alter. Das Renteneintrittsalter mit 67, was faktisch eine Rentenkürzung bedeutet, sowie die Absenkung des Rentenniveaus tragen mit zur Altersarmut bei.

Wilhelm Schmidt, Präsident des AWO-Bundesverbands, referierte zur Gesundheitspolitik. Die Krankenversicherung sollte solidarisch und paritätisch sein. Die Einführung einer Bürgerversicherung würde die Lasten der Versicherten auf mehrere Schultern verlagern. An einer flächendeckenden medizinischen Versorgung müssen alle am Gesundheitsmarkt Beteiligten gemeinsam arbeiten.

Der zweite Landesvorsitzende des Sozialverbandes (SoVD) Niedersachsen Manfred Grönda schilderte die aktuelle Lage in der Pflegepolitik. „Ganz dringend muss das Schulgeld für die Ausbildung in pflegenden Berufen abgeschafft und stattdessen eine angemessene Ausbildungsvergütung gezahlt werden“, so Grönda. Wer schon einmal selbst auf Pflege angewiesen war oder ist beziehungsweise Angehörige gepflegt hat, weiß wie schwierig diese Situation ist. Darum müssen Pflegekräfte besser anerkannt und angemessen bezahlt werden. Eine Pflege-Bürgerversicherung sollte für eine gerechtere Finanzierung eingeführt werden.

Neun Forderungen an die Regierung erarbeitet

Die Veranstaltung und die anschließende Diskussion moderierte Henry Kirch, Sprecher des Arbeitskreises der DGB-Senioren. Aus der Diskussion heraus wurden während der Seniorenkonferenz neun Forderungen an die künftige Landes- bzw. Bundesregierung formuliert und beschlossen.

Die Forderungen sollen in den nächsten Tagen an die Abgeordneten des Landtages und Bundestages sowie an die Kandidaten im Rahmen einer Pressekonferenz übergeben werden.