Deutscher Gewerkschaftsbund

03.04.2017
Göttinger Gewerkschaftsfrauen* laden anlässlich des internationalen Frauen*tages

Türkei im Fokus: "Wir brauchen den Frieden!"

Vortrag und Diskussion mit Expert_innen

Gebannt haben die Kolleg_innen aus Gewerkschaften, politischen Gruppen und migrantischen Gruppen dem Eingangsvortrag der Wissenschaftlerinnen Asli Polatdemir und Münevver Azizoglou Bazan im ver.di-haus zugehört. Einige haben von Familienmitgliedern oder soger aus eigenen Erfahrungen der Repression durch die aktuelle türkische Regierung berichten können, aber auch Solidarität untereinander erlebt.

Polatdemir und Bazan gaben einen Überblick über die vielfältige Frauen*bewegungslandschaft in der Türkei und machten deutlich, dass erst durch diese eine produktive politische Diskussion zur Frage der Kurd_innen im Land möglich wurde. Auch in der zersplitterten und wenig rahmengeschützten Gewerkschaftsbewegung der Türkei sind Frauen aktiv: insbesondere die Bildungsgewerkschaft Egitim Sen (Schwesterngewerschaft der GEW) ist eine stark frauen*orientierte Organisation. Sie haben sich ebenfalls in der Vermittlung der Diskussion zur Kurd_innenfrage sehr verdient und Gräben überwindbar gemacht.

Vielleicht sind die massenhaften Entlassungen (30.000), die unter den Egitim Sen Mitgliedern zu verzeichnen sind, daher nicht verwunderlich, gehen sie mit solidarischer und progressiver Politik voran. Aber wie die Referenetinnen anschaulich zeigten, die Frauen* und Gewerkschafter_innen lassen sich nicht nur entmutigen durch die Wellen der Repression [viele verlassen die Gewerkschaften aus Angst]. Sie gingen zum Internationalen Frauentag am 8.März zu Tausenden auf die Straßen, sie machen Blogs, Kundgebungen, Musikgruppen, Film-Clips gegen eine Zustimmung zum Referendum am 16.April in der Türkei. Sie thematsieren weiterhin gemeinsam die bewegungsumfassenden Probleme wie die Frauenmordraten in der Türkei.

Uns Veranstalter_innen und auch Gästen wurde deutlich: Frauen* und ihre politischen Organisationen und Zusammenschlüsse haben eine wichtige Position in der Türkei und brauchen internationale Solidarität. Unterstützung brauchen die, die aus Angst vor politischer Verfolgung gegangen sind und z.B. in Deutschalnd jetzt leben. Unterstützung brauchen aber vor allem diejenigen, die in der Türkei weiter agieren und eine Opposition bilden und den Dialog vermitteln. "Wir brauchen den Frieden" ist ihr Leitspruch.

 

Einladung

Türkei im Fokus DGB Kreisverband Göttingen


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