Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 2/2020 - 04.02.2020

Saures für Asklepios Geschäftsführung

DGB überreicht Asklepios Seesen Preis als „schlechtester Arbeitgeber der Region“

Seesen. Die Kreisverbände des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) aus der Region Südniedersachsen-Harz haben heute den Negativ-Preis als „schlechtester Arbeitgeber der Region“ in Form eines Korbes voll saurer Zitronen an die Geschäftsführung der Asklepios-Kliniken in Seesen übergeben. Die dort Beschäftigten haben sich in der Gewerkschaft ver.di zusammengeschlossen. Seit Monaten führen sie einen Arbeitskampf um für eine Eingliederung in den Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes (TV-ÖD) zu streiten. Währenddessen weigert sich Asklepios weiterhin, mit der Gewerkschaft in Verhandlungen zu treten. Zuletzt war die Geschäftsführung immer wieder öffentlich für ihre gewerkschaftsfeindliche Haltung in Kritik geraten.

Für die erstmalige Verleihung des Negativ-Preises waren mehrere Arbeitgeber in der Region nominiert worden. Susanne Ohse, Vorsitzende des DGB-Kreisverbandes Goslar, erklärt, wieso Asklepios Seesen schließlich ausgewählt wurde:

 

„Wer mit solch kaltherziger Beharrlichkeit streikende Beschäftigte drangsaliert und mit Drohungen und Outsourcing überzieht, hat sich die goldene Zitrone mehr als verdient. Spätestens durch das konsequente Versagen von tariflichen Verhandlungen gegenüber den gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten setzte Asklepios sich schließlich als Negativ-Gewinnerin durch.“

Susanne Ohse, DGB-Kreisverbandsvorsitzende Goslar

„Es ist unerträglich, dass Asklepios auf dem Rücken der Beitragszahler, Beschäftigten und Patienten Millionengewinne erwirtschaftet und sich gleichzeitig weigert, Tarifverhandlungen aufzunehmen. Wir werden deshalb auch weiterhin an der Seite unserer Kolleginnen und Kollegen stehen, bis dass der Kampf gewonnen ist.“

Peter Zarske, stellvertretender Vorsitzender des DGB-Kreisverbandes Northeim

In Deutschland ist in den letzten Jahrzehnten eine sich immer stärker ausweitende Tarifflucht von Arbeitgebern zu beobachten. Laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung sind heute nur noch knapp ein Viertel aller Betriebe tarifgebunden. Von den Folgen sind neben den darunter leidenden Beschäftigten schließlich alle betroffen: Denn den Sozialkassen und der öffentlichen Hand entgehen jährlich mehrere Milliarden Euro an Einnahmen.[1] Im Rahmen des „Zukunftsdialog“ setzt der DGB sich deshalb bundesweit für mehr Tarifbindung ein.



[1] Weiterführende Informationen siehe: https://www.dgb.de/themen/++co++1b8ecfc6-fa25-11e9-9a8b-52540088cada

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